Elo Touch Solutions

Fallstudie

Mit dem Touchscreen schneller fliegen

Quick-Check-In verhindert lange Wartezeiten am Schalter

Check-In der LufthansaBis jetzt sind es noch wenige, die sich am Check-In der Lufthansa im Zentralbereich des Münchner Flughafens versammeln. Skeptisch blicken die Fluggäste, die sich geduldig in die Schlange an der Abfertigung eingereiht haben, auf die gelb-leuchtenden Geräte des Quick Check-In. "Noch müssen die meisten an die neuen Terminals gebeten werden", sagt Karin Ziegler, die die Lufthansa-Fluggäste an den Check-In-Automaten betreut. Vor allem vielfliegende Passagiere seien der neuen Technik gegenüber aufgeschlossen und wollen wissen, wie das selbständige einchecken auch mit aufzugebendem Gepäck funktioniert, erzählt sie aus ihrem Erfahrungsschatz.

Haben sich die Leute erst einmal an den Quick Check-In getraut, sind eigentlich alle von der neuen Technik begeistert, die von der Lufthansa als neuester Kundenservice angeboten wird. Der Quick-Check wurde inzwischen auf allen deutschen Flughäfen mit Ausnahme von Paderborn und Erfurt aufgestellt. In Europa stehen die Geräte auf den Flughäfen in Amsterdam, Brüssel, London, Paris, Mailand, Lyon und Wien. Eine Gepäckabfertigung am Automaten ist aber vorerst nur in München, Frankfurt, Hamburg und Düsseldorf möglich.

"Wir wollen mit den Geräten vor allem Routineprozesse automatisieren und das so das Fliegen am Boden für unsere Kunden effizienter gestalten. Hierbei sind Automatisierung und persönliche Zuwendung für uns aber kein Widerspruch", erklärt Rolf Maurus, Projektverantwortlicher der Lufthansa am Münchner Flughafen. Die Automatisierung macht es möglich, die Mitarbeiter von Routinetätigkeiten zu entlasten und mehr für die Lösung von Kundenanliegen einzusetzen.

Voraussetzung für die Nutzung des Quick Check-In ist ein Ticket mit Magnetstreifen (ATB) oder ein elektronisches Ticket (ETIX®). "Diese Tickets werden von nahezu allen Reisebüros in Deutschland und vielen Agenturen im Ausland ausgegeben", weiß Maurus. Wer an diesen Automaten Gepäck aufgeben will und umsteigen muss, kann das Quick Check-In derzeit noch nicht nutzen. "Wir werden im Herbst eine neue Software bekommen, damit nicht nur die Kunden hier einchecken können, die einen Direktflug innerhalb Deutschlands oder in das europäische Ausland gebucht haben" kündigt der Projektverantwortliche bei der Lufthansa an. Wegen der bei Flügen außerhalb Europas erforderlichen strengen Passkontrollen, sollten diese Gäste nach wie vor am Schalter einchecken. Wer dennoch hier einchecken möchte, sollte sicher sein, einen gültigen Pass bei sich zu haben.

Das Gerät, gebaut von der Firma Höft & Wessel, bietet auch bis zu drei Flugästen nebeneinander Sitzplätze an; diese auch dann, wenn beim Ticketkauf keine entsprechende Reservierung vorgenommen wurde. Für Miles & More-Teilnehmer werden die Meilen auch bei Sonderaktionen für bestimmte Flugstrecken im Rahmen des ETIX®-Angebotes automatisch registriert.

Das Einchecken selbst ist einfach. Das Ticket, die Kredit- oder Miles & More-Karte wird in den Automaten eingeführt. Man gibt an, welchen Sitzplatz man wünscht, beispielsweise Fenster oder Gang und entnimmt dann die Reisedokumente. Wer mit Gepäck reist, kann sich ebenfalls für den schnellen Check-In entscheiden. An den oben genannten Orten kann man mit Gepäck einchecken. Bedingung ist allerdings, daß nur ein Streckenabschnitt geflogen wird und kein Sondergepäck, wie beispielsweise ein Surfbrett aufgegeben werden muß.

Der für den Check-In auf Flughäfen konzipiert Automat basiert auf einem Modulkonzept, mit dem Änderungen und Erweiterungen problemlos realisiert werden können und wird dadurch den Anforderungen nach Wirtschaftlichkeit gerecht ohne individuelle Lösungen vernachlässigen zu müssen.

Nach außen überzeugt der Automat zum einen durch sein ansprechendes Design und zum anderen durch die ergonomisch angebrachten Ein- und Ausgabeelemente. Entsprechende Hinweisbeleuchtungen als Eyecatcher runden das Bild ab. Auch für den Servicetechniker läßt sich das Terminal mit dem Schubladensystem leicht bedienen. Die Komponenten sind übersichtlich und schnell austauschbar angeordnet. Für den flexiblen Einsatz kann das Gerät einfach mit einem Hubwagen bewegt werden.

Die Benutzerführung erfolgt über ein hochauflösendes TFT-Grafik-Display mit einem berührungsempfindlichen "SecureTouch"-Touchscreen. Geliefert wurde der Touch-Screen von Elo TouchSystems. Der Touchscreen schützt das Display durch sein stabiles, gehärtetes, sechs Millimeter dickes Glas vor Vandalismus ohne dabei auf die bewährte Oberflächenwellen-Technologie verzichten zu müssen. Das Glas ist ist das gleiche, wie es auch als Seitenfenster in Autos verwendet wird und sehr sicher. Der SecureTouch ist dafür gemacht, Schläge, Kratzer und Abnutzungen auszuhalten und dabei nichts von seiner Funktionalität einzubüßen. "Touchscreens wie diese, sind eine tolle Sache ohne die dieser Service gar nicht möglich wäre", meint Maurus.

Durch die leichte Neigung des TFT-Displays wird ein optimaler Blickwinkel erreicht. Die ATB-Ticket Ein- und Ausgabe sowie der integrierbare Magnet- und Chipkartenleser sind ergonomisch unterhalb des Displays angeordnet. Der ATB-Drucker verfügt über eine Bündeleinheit, mit der mehrere Tickets gesammelt ausgegeben werden können. Drei Papierbehälter, eine Einfädelhilfe und die Paper-Low -Erkennung sorgen für problemloses Papiermanagement.

Ein Hybridkartenleser, geeignet für Chip- und Magnetstreifenkarten erlaubt ein schnelles einchecken mit dem elektronischen Ticket. Zahlfunktionen werden am Automaten bisher nicht angeboten, sind aber realisierbar. Das Terminal kann mit verschiedenen Kommunikationsmodulen ausgestattet werden, um beispielsweise Online-Verbindungen zur Betriebsführungszentrale aufzubauen. Zur Verfügung stehen verschiedene Kommunikationsvarianten von Ethernet über Modem bis hin zu ISDN. Die permanente elektronische Überwachung garantiert eine schnelle Fehlerbeseitigung, falls die Software des Automaten die Beseitigung nicht eigenständig erledigen kann.

Langsam füllen sich die Quick Check-In-Schalter. Ein Fluggast geht zögerlich an das Gerät und checkt innerhalb kürzester Zeit ein. Als er fertig ist schaut er auf die Schlange vor dem Schalter und sagt strahlend: "Das tue ich mir nicht mehr an."